• MännerSichten - Eine Männertrilogie

      Rezension von Eva Riebler in etcetera Nr.39 Aberglaube & Irrglaube März 2010 www.litges.at

„Von der Wahrheit und dem Warten" 

Drei Männerschicksale, inklusive ihrer oft einseitig typisch männlichen Sicht der Dinge, werden uns in drei Kapiteln von einer weiblichen Autorin aufgezeigt. Alle drei Protagonisten sind jeweils privat mit einer handelnden Person der nächsten Erzählung verwoben. Vor allem die Innensicht ist wichtig. Was denke ich, wenn mein Kind mit 20 Jahren Selbstmord verübt, was, wenn meine Gattin oder Liebhaberin beim Reisen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt und was, wenn ich anlässlich des Todes meiner Mutter hinter mögliche Geheimnisse mittels Fotos oder Briefe komme?
Die Reflexion ist Mittel zum Zweck, Mittel zur Diagnose und vielleicht zur Entstehung von Abwehr, von Widerstandsfähigkeit, zum Aufbau von Resistenz eben.
Auf alle Fälle ist es ein Werk über Beziehungen, eher missglückte als geglückte, über Fehlverhalten und Oasen der uneingestandenen Dummheit, Gemeinheit und Blindheit, die stets die Lebensmenschen mit prägt. In der letzten Erzählung liegt der Schwerpunkt auf dem Lebensschicksal eines langsam Erblindenden. Und dieser ist wohl der Einzige, der sein Leben mit Sicht und Durchblick führt und von sich sagen kann: Er habe nie in Warteposition sein Leben verbracht, er fühle sich gleichwertig und nicht benachteiligt. Während in den anderen beiden Erzählungen stets vom Warten die Rede ist. Vom Warten der Geliebten auf den Geliebten, vom Warten der Ehefrau, dass der Gatte eine normale Gatten-Liebe aufbringt, vom Erwarten einer Sohnes-Liebe für die alternde Mutter oder vom Warten auf das fortschreitende Krankheitsbild bei Polyarthritis.

Ein empfehlenswertes Werk, das sprachlich und inhaltlich fasziniert und vielleicht das Fremdsein zwischen Mann und Frau, oder Mutter und Sohn, Vater und Tochter etwas mildern kann“


  • Innensichten - Eine Frauentrilogie

      Rezension auf Amazon

  • Die Busfahrerin
  • Die Dolmetscherin
  • Die Gesandte

Diese drei Texte haben eine Verbindung über ihre Protagonistinnen, drei starke, für ihren jeweiligen Lebensbereich erfolgreiche Frauen. Hinter ihrer offensichtlichen Stärke zeigen sich seelische Verletzungen, zurückreichend in schwierige Mutter-Kind oder Vater-Kind Beziehungen. Da hilft keine Intellektualität. Alle drei Frauen bräuchten psychologische, psychoanalytische Unterstützung. Teilweise lassen das sie zu, teilweise helfen sie sich selbst.

Die Texte sind verbunden über den Ort, die Stadt Wien, über die Zeit, das Gedankenjahr 2005, und das Jahr der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft 2006.